Germania-Siedlung
Nahe bei der S-Bahn-Station
Porz(Rhein), in Richtung Porzcity, liegt links die Zufahrtsstraße zu
den ehemaligen Vereinigten Glaswerken (VEGLA) und der
Germania-Siedlung. Sie umfasst die Glasstraße, die
Germaniastraße, den Concordiaplatz und Teile der
Bahnhofsstraße.
Die mit Feldbrandziegeln gemauerten - und individuell
verzierten - Häuser im gemütlichen belgischen Stil strahlen
Behaglichkeit aus. Trotz der Nähe zum Bahnhof lebt es sich
recht ruhig in der Germaniasiedlung. Und dazu ist man auch noch
gut angebunden; 4 Minuten zur S-Bahn Porz(Rhein), 6 Minuten zur
Straßenbahnhaltestelle Porz Markt, 5 Minuten bis zur
Fußgängerzone und 10 Minuten zu den Schiffsanlegern.
Die ehemaligen Gemeinschaftsgärten
zwischen den Häusern sind heute aufgeteilt. Mittlerweile
sind sie ein kleines grünes Paradies geworden!
Gartenstadt Köln-Porz Süd
Nach dem neuen Bebauungsplan werden an der Glasstraße
zum größten Teil Einfamilienhäuser entstehen. Zwischen
Glasstraße und Schillerstraße werden auch Mehrfamilienhäuser
gebaut. Dieser nördliche Teil der Siedlung wird laut
Stadtplanungsamt nach dem aktuellen Plan ausschließlich über
die Glasstraße angebunden. Dazu wird im nördlichen Teil der
Glasstraße die Einbahnstraßenregelung aufgehoben. Die
Parkmöglichkeiten und die Bäume sollen aber angeblich möglichst
bestehen bleiben. Weiter südlich soll später ein zweites
Wohngebiet und ein - so heißt es - umweltverträgliches
Gewerbegebiet entstehen, dessen Verkehrsanbindung über die
Poststraße erfolgen soll. Ich hoffe das der ruhige Charakter
der Germania-Siedlung weitgehend erhalten bleibt!
Unklar: Das Stadtplanungsamt schreibt mir auf
meine Anfrage, ob eine Straßenanbindung zwischen
Germaniasiedlung und Gewerbegebiet geplant sei, das
"gewerblicher Verkehr" nicht durch die Glasstraße
geleitet werden soll. Auf meine Nachfrage, ob denn andere
(nichtgewerbliche) Verkehre die Möglichkeit haben, das
Gewerbegebiet durch die Germaniasiedlung anzufahren, habe ich
bisher noch keine Antwort erhalten (wohl noch in Planung). So
eine Verbindung könnte beispielsweise genutzt werden um den
Stau auf der Hauptstraße (ein wenig) zu umfahren. Auch ob die
Tempo-30-Zone in der Glasstraße erhalten bleibt scheint
unklar.
Geschichte
![[Häuser in der Bahnhofsstraße]](grafik/germ3.jpg)
Der belgische Konzern "Société Anonyme des Glaces
Nationales Belges" beschloß 1899 ein Zweigwerk in Porz zu
errichten. Im Februar 1901 lief die Produktion der
neu gegründeten Spiegelglaswerke Germania an. Die ersten Häuser
der Germaniasiedlung wurden sogar schon im Jahre 1900 für die
ausländischen Facharbeiter fertiggestellt. Die Infrastruktur
mit Trinkwasserleitung, Kanalnetz und eigener Stromversorgung
war unter damaligen Gesichtspunkten vorbildlich.
|

|
Ein originales Treppenhaus und Fenster in der
Glasstraße
|
Seit Ende der siebziger Jahre ist die Siedlung unter
Denkmalschutz gestellt worden, da sie mit den Direktorenvillen
und den Ingenieur-Häusern am Concordiaplatz, den Meisterhäusern
in der Germaniastraße und den Arbeiter- und Angestelltenhäusern
in der Glasstraße eine der wenigen erhaltenen sozial
gestaffelten Arbeitersiedlungen in Köln ist.
Der Name
Die Arbeitersiedlung hat ihren Namen von den Germania
Spiegelglaswerken, die diese Siedlung für ihre Facharbeiter
bauen ließen.
Abbildungen:
[1] Porzer Wappen, aus "Unser Porz", Heft
2, 1961
[2-3] Ansichten Germania-Siedlung, fotografiert von H.
Felder, Juni 2005
[4] "Verkaufsangebot der Werkswohnanlage in
Köln-Porz" von der Dr. Lübke GmbH, 197?
[5] Innenansichten Glasstraße, fotografiert von H.
Felder, Sommer 2004
Quellen:
[1] "Kulturpfade - Stadtbezirk 7" vom
Stadtkonservator und dem Presse + Informationsamt, 199?
[2] "Verkaufsangebot der Werkswohnanlage in
Köln-Porz" von der Dr. Lübke GmbH, 197?
[3] "Rechtsrheinisches Köln" Band 12,
1986
Bitte beachten:
Alle Texte © H. Felder, das Kopieren der Inhalte - ohne
Rücksprache mit dem Webmaster - ist nicht gestattet!
letzte Änderung: 25.08.2005
|